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Podiumsdiskussion zum Thema Bildungspolitik am 10. März 2006

Eingeladen hatten wir die Dreieicher Bürger und Jusos aus ganz Hessen. Gekommen sind über 30 Menschen – für den Anfang ganz gut, finden wir! Die Podiumsdiskussion fand am 10. März 2006 im Foyer des Bürgerhauses in Sprendlingen statt. Refernt/innen waren Christoph Degen, Felix Diehl, Jan Eric Filipczak, Heike Habermann und Patrick Krug.
Frankfurter Neue Presse – 21.03.2006

Chancenungleichheit zwischen Akademiker- und Facharbeiterkindern abschaffen
Jusos: Bildung ist das A und O

Die Jusos aus Dreieich haben sich der Bildungspolitik angenommen. Kurz vor den Kommunalwahlen hatte ihr Sprecher, Jan Eric Filipczak, zu einer Podiumsdiskussion ins Sprendlinger Bürgerhaus eingeladen. Das Pisa-Desaster bescheinige Deutschland eine „grottenschlechte“ Bildungspolitik, doch das sei nicht das eigentliche Drama: „Dass Deutschland nur mittelmäßig bei Pisa abgeschnitten hat ist zwar schlimm, aber nicht der Hauptgrund dafür, dass die Alarmglocken bei jedem schrillen sollten“, sagte Filipczak. „Es ist die Chancenungleichheit. In Deutschland ist es für ein Akademikerkind vier mal wahrscheinlicher sein Abitur zu schaffen, als für ein Facharbeiterkind. Ich möchte gar nicht wissen, wie viel höher die Wahrscheinlichkeit gegenüber einem Migrantenkind ist.“
 
Schon mit Beginn der Schullaufbahn hätten Kinder der oberen sozialen Schichten bessere Bedingungen, kritisierte der Juso-Sprecher. Dabei sei es doch die Pflicht des Staates, aus jedem Kind das Maximum heraus zu holen. Es sei einfach unumgänglich, das Schulsystem zu reformieren – und der Nachwuchs der SPD in Dreieich hatte sich auch über mögliche Lösungen Gedanken gemacht: Erst mal müssen die staatlichen Gelder für die Bildung drastisch erhöht werden. „Es kann nicht sein, dass der Bildungsetat bei mageren 4 Milliarden Euro liegt und zugleich der Verteidigungshaushalt 20 Milliarden Euro hoch ist“, kritisierte Filipczak. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sei auch die Aufhebung der unterschiedlichen Schulformen; vielmehr solle die Politik das gemeinsame Lernen aller Schüler fördern. Dies sei auch die pädagogische Konzeption in den skandinavischen Ländern, die ja bekannterweise in den Pisa Untersuchungen weit vor Deutschland stünden.
 
Die Ausrede der Migration in Deutschland gelte dabei nicht. Kinder mit Sprachproblemen dürften nur nicht sich selbst überlassen werden und müssten gezielter gefördert werden. „Im Übrigen muss die Wirtschaft auch daran interessiert sein, dass die deutschen Kinder eine gute Schulausbildung genießen. Eine Nation in Zeiten der immer weiter voranschreitenden Globalisierung ist nur dann wettbewerbsfähig, wenn alle gut ausgebildet sind“, betonte Filipczak. Es reiche nicht aus, wenn nur ein Teil der Bevölkerung gut ausgebildet sei und der Rest nicht viel wisse.
 
Christoph Degen, Sonderschulpädagoge und Vorstandsmitglied der Jusos Hessen-Süd, hielt einen Vortrag über die Integration von Kindern mit Behinderung und forderte die Abschaffung der Sonderschulen, wie in Italien.
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